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Das raue Klima im Paläolithikum zwang die Menschen und ihre Vorgänger dazu, ihre Wohnstätten danach auszurichten, dass Wärme zurückgehalten wurde. Dies beinhaltete, dass Zelte genutzt wurden, z.B. in Höhleneingängen, unter Steinvorsprüngen aber auch im Freien. Kleine zufällig entstandene Löcher in diesen Schutzzelten liessen zuweilen willkürlich eine Camera Obscura entstehen, die bewegliche Bilder in das Innere der Wohnstätten projezierte. Diese geisterhaften Bilder trugen spirituelle, philosophische und ästhetische Bedeutungen. |
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Stellen wir uns einmal die Situation vor, wie ein Mensch der Altsteinzeit morgens erwacht, nur um das Bild laufender Tiere an der Wand zu sehen – die dreidimensionale Welt reduziert auf zwei Dimensionen auf einer Oberfläche im Zelt. Wie würde er reagieren? Was entsteht aus diesen zufällig offenbarten Stimmungen? Ist dies einer der kristallklaren Momente in denen einem buchstäblich ein Licht aufgeht? Der Zugang zu religiösen Reichen, philosophischen Gedanken und visueller Kommunikation?
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Dieses sich bewegende Abbild in einer begehbaren Camera Obscura zu sehen, ähnelt sehr einer Filmvorführung. Das Abbild behält seine Form, seinen Wert und seine Bewegungen – genau wie in der Realität - nur stattdessen flach. Das abgebildete Pferd an der Wand bleibt ein Pferd, es ist erkennbar und doch ist es kein echtes, atmendes Tier. Die Person im inneren einer Zelt-Camera Obscura kann das lebende Tier ausserhalb der Camera nicht sehen und doch sieht sie das Abbild im inneren. In diesem Moment der Wahrnehmung ist das Tier unabhängig von einem tatsächlichen Objekt – es ist eine Darstellung. Der Samenkorn im menschlichen Gehirn ist gepflanzt und es eröffnet sich eine Fülle von Möglichkeiten. Vergleich zu den Ursprüngen anderer KunsttheorienDer Ursprung der Kunsttheorien kann in drei Kategorien unterteilt werden: Interpretierte Absichten, Mentale Fähigkeiten und Erkennung. 1) Deutung und Interpretation
2) Mentale Fähigkeiten
3) Erkennung
Jede dieser Theorien ist bis zu einem gewissen Grad plausibel und jede hat einen Kern der Wahrheit. Bedauerlicherweise widersprechen sich diese Theorien teilweise und jede für sich beansprucht, die einzige allgemeingültige Erklärung für die Anfänge der Kunst zu liefern. Wir möchten die Möglichkeit vorstellen, dass diese Theorien nicht miteinander konkurrieren, sondern eher ineinandergreifen und aufeinander aufbauen, wie einzelne Puzzleteile die ein neues Bild schaffen. Forscher aus verschiedenen Fachgebieten (Anthropologie, Biologie, Kunst, Kunstgeschichte, Psychologie, Soziologie, Achäologie, Theologie, Philosphie und Ethnologie) die alle innerhalb ihrer Fachbereiche eine Wahrheit finden. Wenn wir all diese Wahrheiten miteinander verknüpfen, erhalten wir ein deutlicheres Verständnis davon wie Kunst entstand. Das Überzeugende an den auf Deutung und Interpretation basierenden Theorien ist, dass Notwendigkeit die Mutter der Erfindungen ist. Kunst hat einen Auftrag – etwas mitzuteilen, auch wenn der Mitteilende gar nicht anwesend ist – was überaus hilfreich ist, um eine Vielzahl von Mitteln einzusetzen. Im Laufe der Zeit kamen vermutlich alle der Interpretationstheorien mal zur Anwendung. Das Überzeugende an den Theorien über die mentalen Fähigkeiten ist, dass sie aufzeigen, wie sich der Mensch biologisch entwickelte und wie er kulturell geprägt wurde, durch seine Fähigkeit auf viele verschiedene Arten zu kommunizieren. Das Überzeugende an den Erkennungen ist, dass sie sehr leicht verständlich sind und auf das tägliche Leben und Umfeld der Menschen in der Altsteinzeit basieren. Diese Theorien versuchen mögliche Erfahrungen darzustellen, die helfen den Grundgedanken zu erfassen. Eine Möglichkeit das Problem von den Anfängen der Kunst anzugehen, ist, dass die Kunst an verschiedenen Orten, zu verschiedenen Zeiten von verschiedenen Menschen gefunden wurde – Fertigkeiten die erworben, aber wieder verloren wurden und die im Laufe von Jahrhunderten und an verschiedenen Orten wieder neu erworben wurden. In jedem beliebigem Beispiel aufzeigend, dass der Kunstgedanke nicht aus einem bestimmten Bedürfniss, einer Fähigkeit oder Erfahrung alleine, sondern von einer Kombination aus diesen dreien hergeleitet werden kann – der Alchemie der Anfänge.
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Das Verstehen, wie diese Theorien zusammengreifen gibt uns ein klareres Bild über die Anfänge der Kunst. Die Paleo-Camera Theorie fügt ein Teil in das grosse Puzzle und wirkt gemeinsam mit den bereits existierenden Theorien. Die Paleo-Camera Theorie ist eine Erkennungstheorie, welche ein sichtbares und anthropologisch realisierbares Erlebnis anbietet, welches die Idee der zweidimensionalen Darstellung ausgelöst haben könnte. |
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