Das raue Klima im Paläolithikum zwang die Menschen und ihre Vorgänger dazu, ihre Wohnstätten danach auszurichten, dass Wärme zurückgehalten wurde. Dies beinhaltete, dass Zelte genutzt wurden, z.B. in Höhleneingängen, unter Steinvorsprüngen aber auch im Freien. Kleine zufällig entstandene Löcher in diesen Schutzzelten liessen zuweilen willkürlich eine Camera Obscura entstehen, die bewegliche Bilder in das Innere der Wohnstätten projezierte. Diese geisterhaften Bilder trugen spirituelle, philosophische und ästhetische Bedeutungen.

 

Stellen wir uns einmal die Situation vor, wie ein Mensch der Altsteinzeit morgens erwacht, nur um das Bild laufender Tiere an der Wand zu sehen – die dreidimensionale Welt reduziert auf zwei Dimensionen auf einer Oberfläche im Zelt.

Wie würde er reagieren? Was entsteht aus diesen zufällig offenbarten Stimmungen? Ist dies einer der kristallklaren Momente in denen einem buchstäblich ein Licht aufgeht? Der Zugang zu religiösen Reichen, philosophischen Gedanken und visueller Kommunikation?

 

 


LINKS: Ein Mann in einem Zelt. Im Zelt ist ein kleines Loch, welches Licht einlässt und gleichzeitig ein umgekehrtes, sich bewegendes Abbild der Außenwelt auf den Bauch des Mannes projeziert.


UNTEN: Nahaufnahme des Bildes auf dem Bauch des Mannes (gedreht um 180°). Das Bild eines lebenden Pferdes, das sich ausserhalb des Zeltes befindet, projeziert in das Innere des Zeltes

 


 

GATTON, Matt. "First Light: Inside the Palaeolithic camera obscura" in Acts of Seeing: Artists, Scientists and the History of the Visual -- a volume dedicated to Martin Kemp (Assimina Kaniari and Marina Wallace, eds.). London: Zidane, 2009.

GATTON, Matt; CARREON, Leah; CAWEIN, Madison; BROCK, Walter; and SCOTT, Valerie. "The Camera Obscura and the Origin of Art: The case for image projection in the Paleolithic" in the Official Proceedings of the XV World Congress of the Union Internationale des Sciences Préhistoriques et Protohistoriques (UISPP) 35, Global State of the Art--SO7 (Giriraj Kumar and Robert Bednarik, eds.) BAR S2108. Oxford: Archaeopress, 2010.

GATTON, Matt. "Paleo-camera and the Concept of Representation" in Pleistocene Coalition News, Vol. 2: Issue 3 (John Feliks, ed.) May-June, 2010.

GATTON, Matt. "Paleo-camera, Phase II: Projected images in art and ritual (or why European Upper Paleolithic art looks the way it does)" in Pleistocene Coalition News, Vol. 2: Issue 4 (John Feliks, ed.) July-August, 2010.

GATTON, Matt. "The Camera and the Cave: Understanding the style of Paleolithic art" in Pleistocene Coalition News, Vol. 2: Issue 5 (John Feliks, ed.) September-October, 2010.

GATTON, Matt; and CARREON, Leah. "Probability and the Origin of Art: Simulations of the Paleo-camera Theory" in APLIMAT, Journal of Applied Mathematics, Volume 4 (due out in 2011).

GATTON, Matt. "Competition, Categorization, and Collaboration: A complete survey of origin-of-art theories" (in-process).

GATTON, Matt. the (w)hole story: projected-light images and the development of human culture (in-process).

 

 

Probabilità e l'origine di arte: Simulazioni della teoria della Paleo-camera, Museo di Paleontologia, Dipartimanto di Scienze della Terra, Università della Calabria. La Notte dei Musei, all'iniziativa del Ministero per i Beni e le Attività Culturali. Cosenza, Italia (Sabato 14 Maggio 2011).

Paleo-camera Installation, Gatton and Getsinger, VTI Building, Jefferson Community and Technical College, Louisville, USA (April, 2010).

Le cinéma/Pré-cinéma, Exposition, Malle pédagogique, Collège au cinéma dans le Calvados, Editées par la Maison de l’Image Basse-Normandie, Pôle Régional d’Education à l’Image, Avec le soutien du Conseil Général du Calvados-Office Départemental d’Action Culturelle du Calvados, de la Direction régionale des affaires culturelles de Basse-Normandie. Caen, France (2009-2010).

 

Dieses sich bewegende Abbild in einer begehbaren Camera Obscura zu sehen, ähnelt sehr einer Filmvorführung. Das Abbild behält seine Form, seinen Wert und seine Bewegungen – genau wie in der Realität - nur stattdessen flach. Das abgebildete Pferd an der Wand bleibt ein Pferd, es ist erkennbar und doch ist es kein echtes, atmendes Tier. Die Person im inneren einer Zelt-Camera Obscura kann das lebende Tier ausserhalb der Camera nicht sehen und doch sieht sie das Abbild im inneren. In diesem Moment der Wahrnehmung ist das Tier unabhängig von einem tatsächlichen Objekt – es ist eine Darstellung. Der Samenkorn im menschlichen Gehirn ist gepflanzt und es eröffnet sich eine Fülle von Möglichkeiten.

Vergleich zu den Ursprüngen anderer Kunsttheorien

Der Ursprung der Kunsttheorien kann in drei Kategorien unterteilt werden: Interpretierte Absichten, Mentale Fähigkeiten und Erkennung.

1) Deutung und Interpretation

A) Hunting Magic (Reinach, 1903; Breuil 1952)
B) Coping with Fear (Worringer, 1906; Shlain, 2003)
C) Totemism (Frazer, 1910)
D) Sanctuary (Bégouën, 1929)
E) Sexual Dichotomy (Leroi-Gourhan and Laming- Emperaire, 1958)
F) Time Systems (Marshack, 1972)
G) Body Covering (Bahn, 1998)

2) Mentale Fähigkeiten

A) Eidetic Imagery (Galton, 1883)
B) Art-for-Art’s Sake (Lubbock, 1904)
C) Art-for-Life's Sake (Dissanayake, 2000)
D) Neural Mutation (Klein, 2002)
E) Visions (Brown, 1928, derived from Wundt; Hodgson, 2006)
F) Trance Flashback (Lewis-Williams, 2002)
G) Dreams (Coolidge and Wynn, 2005)

3) Erkennung

A) Macaroni (Luquet, 1910)
B) Shadows (derived from Pliny the Elder, 77)
C) Bear Claws (Maringer and Bandi, 1951)
D) Worked Stones (Benekendorff, 1991)
E) Fossils (Feliks, 1998)

Jede dieser Theorien ist bis zu einem gewissen Grad plausibel und jede hat einen Kern der Wahrheit. Bedauerlicherweise widersprechen sich diese Theorien teilweise und jede für sich beansprucht, die einzige allgemeingültige Erklärung für die Anfänge der Kunst zu liefern. Wir möchten die Möglichkeit vorstellen, dass diese Theorien nicht miteinander konkurrieren, sondern eher ineinandergreifen und aufeinander aufbauen, wie einzelne Puzzleteile die ein neues Bild schaffen. Forscher aus verschiedenen Fachgebieten (Anthropologie, Biologie, Kunst, Kunstgeschichte, Psychologie, Soziologie, Achäologie, Theologie, Philosphie und Ethnologie) die alle innerhalb ihrer Fachbereiche eine Wahrheit finden. Wenn wir all diese Wahrheiten miteinander verknüpfen, erhalten wir ein deutlicheres Verständnis davon wie Kunst entstand.

Das Überzeugende an den auf Deutung und Interpretation basierenden Theorien ist, dass Notwendigkeit die Mutter der Erfindungen ist. Kunst hat einen Auftrag – etwas mitzuteilen, auch wenn der Mitteilende gar nicht anwesend ist – was überaus hilfreich ist, um eine Vielzahl von Mitteln einzusetzen. Im Laufe der Zeit kamen vermutlich alle der Interpretationstheorien mal zur Anwendung.

Das Überzeugende an den Theorien über die mentalen Fähigkeiten ist, dass sie aufzeigen, wie sich der Mensch biologisch entwickelte und wie er kulturell geprägt wurde, durch seine Fähigkeit auf viele verschiedene Arten zu kommunizieren.

Das Überzeugende an den Erkennungen ist, dass sie sehr leicht verständlich sind und auf das tägliche Leben und Umfeld der Menschen in der Altsteinzeit basieren. Diese Theorien versuchen mögliche Erfahrungen darzustellen, die helfen den Grundgedanken zu erfassen.  

Eine Möglichkeit das Problem von den Anfängen der Kunst anzugehen, ist, dass die Kunst an verschiedenen Orten, zu verschiedenen Zeiten von verschiedenen Menschen gefunden wurde – Fertigkeiten die erworben, aber wieder verloren wurden und die im Laufe von Jahrhunderten und an verschiedenen Orten wieder neu erworben wurden.  In jedem beliebigem Beispiel aufzeigend, dass der Kunstgedanke nicht aus einem bestimmten Bedürfniss, einer Fähigkeit oder Erfahrung alleine, sondern von einer Kombination aus diesen dreien hergeleitet werden kann – der Alchemie der Anfänge.

 

Das Verstehen, wie diese Theorien zusammengreifen gibt uns ein klareres Bild über die Anfänge der Kunst. Die Paleo-Camera Theorie fügt ein Teil in das grosse Puzzle und wirkt gemeinsam mit den bereits existierenden Theorien. Die Paleo-Camera Theorie ist eine Erkennungstheorie, welche ein sichtbares und anthropologisch realisierbares Erlebnis anbietet, welches die Idee der zweidimensionalen Darstellung ausgelöst haben könnte.

           
 


'the penny drops'

-Nigel Spivey

Archeologist
University of Cambridge

“...revolutionary and insistently plausible...”

-Diane Heilenman

Critic
Courier-Journal

...amazingly thorough and convincing.

-Matthew Landrus

Art Historian
University of Oxford

"Perceptually and cognitively sound"

-Valérie Scott

Psychologist
Indiana University Southeast

 
           
 


"Astonishing!...
a great service..."

-Armando Prats

Media Theorist
University of Kentucky



"Fiat Lux"

-Pierre Cattelain

Archeologist
Director of the Musée du Malgré-Tout

...very convincing ....separates 'how' from 'why.'

-Edwin Segal

Anthropologist
University of Louisville


"Why hasn't anybody thought of this before?"

-Donald R. Anderson

Photography Professor
Monterey Peninsula College

 
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